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Ferdinand von Schirach, Gott : Theaterstück. – München : Luchterhand Literaturverlag, 2020. (978-3-630-87629-0)

Ferdinand von Schirach begann seine berufliche Karriere als Strafverteidiger und fing mit 45 Jahren aus Langeweile an zu schreiben. Heute ist er ein international gefeierter Schriftsteller. Sein bekanntestes Theaterstück «Terror» wird auf allen Kontinenten gespielt.

Von Schirachs Geschichten sind geprägt von seinen Erlebnissen als Strafverteidiger. Sein neuestes Werk, ebenfalls ein Theaterstück, trägt den Titel «GOTT». Darin behandelt er ethische Fragen zur Würde des Lebens, zur Selbstbestimmung und zum Tod und wirft die Fragen auf, wem unser Leben gehört und wer über unseren Tod entscheidet.

Der Protagonist, Richard Gärtner, ist ein 78-jähriger, kerngesunder Mann, der nach dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben will. Er verlangt nach einem Medikament, welches ihm den Selbsttod ermöglicht. Eine Ethikkommission diskutiert den Fall und berät, ob es Ärzten erlaubt sein soll, Menschen beim Suizid zu unterstützen. Das zentrale Thema in diesem Stück ist also der selbstbestimmte Tod. Ergänzt wird der Band durch drei Essays von Wissenschaftlern, welche das Thema ärztliche Suizidbegleitung aus medizinischer, juristischer und theologisch-philosophischer Sicht aufgreifen.

Verschiedene ethische Sichtweisen, Argumente und Beweggründe werden uns in diesem Stück durch die Diskussionen der Mediziner, Juristen, Ethiker und Politiker nähergebracht.
In GOTT fordert uns von Schirach einmal mehr dazu auf, darüber nachzudenken, was ethisch vertretbar oder moralisch verwerflich ist.

Lena Graf, Mediathek Kantonsschule Trogen

 

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